So helfen Ankerpunkte im Haushalt (mit kostenloser Vorlage)
Irgendwas muss immer gemacht werden, es hört einfach nie auf.
Der ganz normale Alltag fühlt sich manchmal an wie ein Wettlauf ohne Ziellinie. Arbeit, Familie, Termine, Haushalt – irgendwas ist immer. Und wenn die Überforderung zu groß wird, bleibt irgendwas immer liegen.
Gerne ist das der Haushalt, denn wie soll man den nach einem vollgestopften Tag noch schaffen? Die Wäsche fängt an, sich zu stapeln, und es herrscht mehr Chaos als Ordnung.
Dabei geht es nicht um Faulheit oder schlechte Organisation. Viele von uns sind schlicht und einfach am Limit. Wer einen Job hat, Kinder, womöglich noch Angehörige pflegt – ja, wie vielen Rollen soll man denn an einem Tag zu 100% gerecht werden?
Und sich dann auch noch um sich selbst kümmern und sich in seinem Zuhause, das ja eigentlich der Ort zum Auftanken sein sollte, wohlfühlen, wenn einen da gleich die nächsten 100 To Dos anschreien, sobald man durch die Tür kommt?

Wenn du dich mit deinem Haushalt überfordert fühlst und gar nicht weißt, wo du überhaupt anfangen sollst, dann ist diese Vorlage am Ende des Artikels etwas für dich. Ich werde sie hier ausführlich erklären.
Ordnung ist wichtig? Ja, schon –
Hier ein Satz, der mich jedesmal irgendwie ein bisschen sauer macht: äußere Ordnung ist wichtig für unser inneres Wohlbefinden.
Ja, toll. Und dann schaffe ich es nicht, aufzuräumen, und dann geht es mir noch schlechter. Und schon sitze ich in einem Kreislauf, der mir nicht gut tut. Was jetzt?
Das Wichtigste:
Bei „Ordnung“ geht es nicht um perfekt.
Ordnung muss dir Raum schaffen für das, was zählt. Für deinen Kopf, der wieder klarer denken kann und nicht nur noch lauter To Dos sieht und Panik kriegt. Das bringt dich schließlich kein Stück weiter.
Ist doch egal, ob die Fußleisten staubig sind. Hauptsache, der Eßtisch, an dem du morgens in der Dämmerung deinen Kaffee trinkst und deinen Tag planst, ist frei und sauber.
Und darum geht es sowohl in diesem Artikel als auch in der Vorlage. Es gilt, die Blockierpunkte in jedem Raum zu finden. Die, die alles noch schlimmer machen.
Das sind nämlich auch die, die alles besser machen, wenn du die als erstes im Griff hast. Die schaffen dir mehr Freiraum.
Das ist im Grunde das gute alte Paretoprinzip.
Das Paretoprinzip im Haushalt
Man muss nicht jede Fliese einzeln polieren, damit die Wohnung ordentlich wird.
Manchmal denkt man aber aus Überforderung heraus genau das und kann nicht mehr priorisieren.
Das Paretoprinzip besagt:
Mit 20% der Anstrengung erreicht man oft 80% des Ergebnisses.
Heißt für den Haushalt:
Wer klug auswählt, was wirklich zählt, was die wichtigsten Punkte in jedem Raum sind, bekommt schnell ein sichtbares Ergebnis. Ohne sich komplett zu verausgaben.
Perfektion kostet unverhältnismäßig viel Zeit und Nerven, und wenn man seinen Haushalt gerade nicht gut schafft, dann braucht man seine Zeit und nerven gerade für etwas anderes!
Ordnung zum Wohlfühlen reicht völlig.
Kurz gesagt: Erstmal das machen, was am meisten hilft. Den Dreh- und Angelpunkt in jedem Raum in Ordnung bringen. Und dann ausruhen (oder mehr machen, wenn das danach drin ist).
Der Chaos-Kreislauf
Jeder Raum hat einen Punkt, der das Chaos antreibt. Und die Fußleisten sind es höchstwahrscheinlich nicht.
Bei uns spielt sich z.B. sehr viel am und auf dem Eßtisch ab: da wird nicht nur gegessen, da werden Hausaufgaben gemacht, Notizblöcke gebastelt, Hobbys ausgeübt, Brettspiele und Tabletop gespielt.
Wenn der Eßtisch ein Chaos ist (er ist echt riesig und es haben locker zwei der oben genannten Aktivitäten gleichzeitig darauf Platz), dann kommt man vielleicht motiviert, nun seine Hausaufgaben zu machen, rein – und sofort wird man ausgebremst.
Oder ich komme von der Arbeit, bringe mein Zeug erstmal zum Schreibtisch, sehe den überfüllten Tisch – und mir vergeht sofort jede Lust, noch zu kochen. Dann müsste ich da ja auch noch aufräumen, damit wir da alle Platz zum Essen finden. Jede Menge andere To Dos melden sich, weil sie Bedenken haben, dass ich sie überhaupt noch höre nach diesem Blick auf den Tisch. Und puff, bin ich überfordert, noch bevor ich angekommen bin…
Oder ein voller Wäschekorb.

Wäschekorbe sind der totale Ankerpunkt. Die müssen 99,99% der Zeit leer sein und sollten nur zum Transport dienen. (Es sei denn, man stellt sie nach einem Farb-Prinzip direkt in die Schränke – aber dazu in einem anderen Blogpost mehr.) Ein weiteres perfektes Beispiel ist die Küchenspüle oder die Spülmaschine. Wenn da das ewige Rad des Haushalts-Kreislaufs nicht regelmäßig weitergedreht wird, staut sich alles an allen Ecken und Enden.
Genau diese Punkte gilt es zu identifizieren. Dann bist du viel (!) weniger überwältigt und dann ist auch der Rest viel einfacher – und zu einem großen Teil auch einfach mal egal. Fußleisten. Also wirklich.
Und wenn du diese Punkte nicht angehst und stattdessen die Fußleisten sauber wischst, dann hast du einfach nur Chaos mit sauberen Fußleisten.
Die Lösung: deine persönlichen Ankerpunkte
Jeder Haushalt funktioniert ein bisschen anders, aber vieles ist auch gleich. Wir alle müssen essen (demzufolge einkaufen, Vorräte einräumen, kochen) und uns anziehen (Wäsche waschen, mit den Nicht-dreckig-aber-auch-nicht-sauber-Klamotten umgehen, Klamotten in den Schrank einsortieren).
Deshalb sind auch einige Standard-Ankerpunkte für die meisten Haushalte gültig.

Das Grundprinzip ist, dass du dich nicht in den endlosen To Dos verlierst, die der Haushalt nun mal unaufhörlich bietet, sondern die Punkte kennst, die als erstes wichtig sind. Wenn du danach noch Zeit und Energie für mehr hast – super, dann mach weiter. Aber wenn nicht? Dann ist zumindest der wichtigste Bereich in jedem Raum in Ordnung und kann dafür sorgen, dass der Alltag leichter und der Kopf freier ist.
Dein Haushalt ist für dich da und nicht du für den Haushalt.

Tipp: Wenn du deine Ankerpunkte nachhaltig im Alltag verankern willst, kann Habit Stacking dir dabei helfen. Damit kombinierst du bestehende Routinen (z.B. Kaffee kochen oder Zähneputzen) mit neuen kleinen Handlungen wie dem Freiräumen eines bestimmten Bereichs.
Schauen wir uns nun die Vorlage genauer an und wie du damit deine Ankerpunkte in jedem Raum finden kannst.
Druck dir die Vorlage aus – oder, falls dein Drucker gerade streikt oder du keinen hast, nimm dir einfach einen Notizzettel und schreibe deine Räume untereinander an den linken Rand.
Vorlage, erster Teil: deine wichtigsten Orte finden
Nun gehst du von Raum zu Raum. Schau dich dort um. Meistens fühlt man direkt, von welchem Ort das meiste Chaos ausgeht. Wie so ein riesiger Störfaktor, den man am liebsten ignorieren möchte. Das, was sich am Unangenehmsten anfühlt. Oder gerade am besten, wenn es in Ordnung ist.
Wieder mein Eßtisch als Beispiel: wenn ich ins Wohnzimmer komme und der Tisch ist frei, fühle ich mich sofort irgendwie entspannter. Und umgekehrt: ist er voll mit allem möglichen Zeug, fühle ich Stress. Selbst wenn der Rest aufgeräumt ist – ist der Tisch es nicht, spielt das keine Rolle für mein Empfinden.
Falls du kein Gefühl dazu hast, was dieser zentrale Ankerpunkt in einem Raum sein könnte – im Badezimmer beispielsweise finde ich das schon schwieriger – dann überlege dir Folgendes:
An welchem Punkt in diesem Raum verbringe ich die meisten Zeit (oder verbringen Familienmitglieder die meiste Zeit)?
Das ist im Badezimmer ganz sicher grundsätzlich das Waschbecken.
Im Flur ist es der Bereich, in dem wir uns die Schuhe anziehen.

Eine weitere Überlegung: Wo muss es meistens schnell gehen? Wo sind täglich Dinge dran, die sich nicht aufschieben lassen?
Und wenn dir partout nichts anderes einfällt: was ist die größte Fläche, die du freihalten könntest, damit zumindest optisch Ruhe einkehren kann?
Fülle so nach und nach für jeden Raum die erste Tabelle aus.
Vorlage, zweiter Teil: Ankerpunkte und Handlung benennen
Nun geht es an die zweite Tabelle: hier trägst du jetzt für jeden Raum deinen Ankerpunkt ein, den du in der ersten Tabelle beim Rundgang durch die Wohnung herausgefunden hast.
In der dritten Spalte trägst du ein, was genau dort erledigt werden muss, damit der Bereich sauber & ordentlich sein kann. Für den Eßtisch wäre das: freiräumen & drüberwischen. Für den Schuhbereich im Flur: 1 Paar Schuhe pro Person ordentlich hinstellen & den Rest in den Schuhkorb/ins Schuhregal.
In dem Moment, in dem man es aufschreibt, fühlt man sich vielleicht ein bisschen, als würde man übertreiben. Aber das Aufschreiben machst du ja in einem Moment, in dem du Zeit und Muße dazu hast. Wenn du vom Tag völlig erledigt bist und dir einfach nur noch der Kopf schwirrt, dein Blick auf das Schuhchaos fällt, dann weißt du aber selbst solche einfachen Sachen manchmal vielleicht nicht mehr. Und wenn du sie aufschreibst, bleiben sie besser im Kopf (du wirst sicher nicht jedesmal auf diesen Zettel schauen müssen, um zu wissen, was du mit den Schuhen machen sollst).
Mini-Handlungen & einfache Schritte
Ein Schritt in die richtige Richtung bewirkt so viel mehr als 10 Schritte in irgendeine Richtung.

Wenn du zusätzlich eine Zeithilfe brauchst, um loszulegen, probier doch mal den 7-Minuten-Waffel-Aufräumhack aus – Aufräumen im Takt des Waffeleisens macht erstaunlich viel Spaß und ist super effizient!
Ja, du denkst vielleicht, dass du zuerst unbedingt das Bücherregal entstauben und sortieren musst. Weil du heute bei Freunden warst, die ihr Bücherregal nach Autor und Farbe sortiert haben und das so viel schöner war als bei dir, wo alles durcheinander steht. Aber nicht, so lange der Ankerpunkt des Raumes im Chaos versinkt!
Ist mein Ankerpunkt okay, kann ich von da aus jederzeit weitermachen. Mit einem leeren Eßtisch habe ich sogar richtig schön viel Platz, um das Projekt „farblich sortiertes Bücherregal“ anzugehen.
Fazit & kostenlose Vorlage zum Ausdrucken
Perfekte Ordnung & Organisation direkt aus dem Chaos heraus geht nicht, zumindest nicht im Alltag – und das ist auch gar nicht das, was du brauchst. Mehr Klarheit im Kopf, das ist das Wichtige, denn das ist die Grundlage für alles andere. Und genau dabei helfen solche Ankerpunkte wie ein leerer Tisch. Eine saubere Küchenspüle. Eine freie Arbeitsfläche.
Hier findest du die kostenlose Vorlage zum Herausfinden deiner persönlichen Ankerpunkte im Haushalt zum kostenlosen Download.
Meine Ankerpunkte – Klarheit im Haushalt Raum für Raum (Kostenlose Vorlage zum Ausfüllen & Struktur finden)
Kostenlose Vorlage zur Haushaltsstruktur: Finde deine Ankerpunkte in jedem Raum & starte leichter. Perfekt für Alltagschaos & sanfte Routinen.
Bildquellen
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