Smartphone aufräumen: Digitaler Frühjahrsputz (ganzjährig)

Wie viele Bilder und Apps hast du in diesem Moment auf deinem Smartphone? Und brauchst du die alle noch? Die Antworten lauten vermutlich: „Keine Ahnung“ und „Eher nicht“.

Damals™ war bei jedem Gerätewechsel eine größere Aufräumaktion fällig – das ist zwar heute dank Cloud-Konten nicht mehr so. Aber auch dort ist der Speicherplatz schließlich begrenzt – und selbst wenn nicht: sich durch zu viele unnötige Daten wühlen zu müssen kostet Zeit und Nerven. Und so sammeln sich Speicherkarte und Cloudspeicher im Hintergrund wie von selbst voller.

Ich stelle hier 5 Bereiche und danach 5 einfache Schritte zur Reinigung der Daten auf dem Smartphone vor – und es gibt auch noch ein paar Tipps für Aufräum-Routinen zwischendurch, damit der nächste Smartphone-Frühjahrsputz nicht so groß ausfallen muss.

Smartphone aufräumen – was gibt es da alles?

Als erstes schauen wir uns mal die 5 Bereiche an, die man auf dem Smartphone aufräumen sollte.

Fotos und Videos. Vermutlich bei den meisten der größte Punkt. Fotos gehen ja schnell und kosten nichts! Und das ist gut so. Auch wenn ich kein unaufgeräumtes Smartphone mag, bin ich trotzdem fürs Vollknipsen und dann lieber hinterher aufräumen. Aus unterschiedlichen Winkeln testen, verschiedene Filter ausprobieren – das macht alles Spaß, sorgt für einen Lerneffekt und am Ende für bessere Bilder. Aber eben auch für mehr Arbeit, die man angehen muss.

Downloads und andere Dateien. Der Downloadordner wird im Hintergrund ganz von selbst immer voller. Die Speisekarte vom letzten Restaurantbesuch, die man sich vorher anschauen wollte. Ein digitaler Flyer. Irgendwelche Unterlagen, die ausgedruckt werden sollten. Eine Datei allein macht nicht viel aus – aber man findet kaum was wieder (woher soll man später auch noch wissen, was sich hinter „Flyer_2022_finalVersion.pdf“ eigentlich genau verbirgt?).

Kontakte. Da sammeln sich im Laufe der Zeit so einige an – und dadurch, dass man auch die Kontakte mittlerweile meistens in einem Cloud-Konto speichert, ziehen sie von Gerät zu Gerät immer mit um. Alle alten Arbeitskollegen oder gar noch aus der Schulzeit, mit oft nicht mal mehr der aktuellen Nummer. Doppelte Einträge, bei denen einmal nur die Mailadresse und einmal nur die Nummer gespeichert ist, machen auch keinen Sinn.

Apps. Eine App ist schnell installiert, kurz ausprobiert, hat nicht gleich das getan, was sie sollte und geriet wieder in Vergessenheit – die Wenigsten deinstallieren ungenutzte Apps aber auch gleich. Und so sammelt sich auch hier im Laufe der Zeit einiges an, was nicht nur Speicherplatz benötigt, sondern womöglich auch noch Daten über die Smartphone-Nutzung im Hintergrund sammelt.

Benachrichtigungen. Irgendwie brummt, blinkt oder piept das Smartphone andauernd, und man achtet kaum noch darauf, weil es ja eh wieder nur irgendeine Werbe-Mail ist – aber leider hat man dadurch die eine wichtige Nachricht verpasst, die in dem ganzen Wust an Benachrichtigungen irgendwie untergegangen ist…

Zu jedem dieser 5 Bereiche machen wir nun Folgendes:

Bestandsaufnahme – was ist in diesem Bereich auf deinem Handy los und wo gibt es Handlungsbedarf?

Aufräumen – wie kannst du in diesem Bereich dein Smartphone aufräumen?

Routine zum Sauberhalten – was kannst du tun, damit der Bereich auch aufgeräumt bleibt und nicht jedesmal so eine große Aktion erforderlich ist?

1. Fotos und Videos auf dem Smartphone aufräumen

Schau deine Galerie auf dem Smartphone mal an – manche Apps bieten bereits von Haus aus praktische Funktionen an wie das Löschen von doppelten oder unscharfen Bildern.

Wenn man auf Nummer Sicher gehen will und von einer Bilderserie nur die besten Bilder behalten will, bleibt aber nicht viel anderen übrig, als das manuell zu machen.

Setze dir einen Termin im Kalender für eine große Reinigungsaktion der Fotos und Videos – wenn es wirklich schlimm ist, am besten gleich drei Termine. Und dann nimmst du dir nicht vor, dort alles fertig bekommen zu müssen, sondern du setzt dir ein zeitliches Limit von etwa einer Stunde (oder was dir besser passt).

Wichtig: wenn du bei einem Termin nicht fertig wirst, notiere dir den Stand – gehe alle Fotos chronologisch durch und schreibe dir direkt in den nächsten Termin, wo du gerade aufgehört hast. Dann kannst du dort ohne lange zu überlegen direkt weitermachen und kommst damit voran.

Parallel zu der großen Aufräumaktion startest du eine wöchentliche Routine.

Alle Fotos, die jetzt neu hinzukommen, werden Teil der wöchentlichen Routine. Dabei gehst du einmal die Woche alle Fotos durch – wenn du nur den Zeitraum von einer Woche bearbeitest, geht das Ganze natürlich viel schneller!

2. Downloads und andere Dateien sortieren

Der Download-Ordner ist ein richtiger Wühltisch mit allem, was du mal benötigt hast oder dich interessiert hat. Der wächst im Hintergrund meist fröhlich vor sich hin und müllt das Smartphone voll. Das Meiste davon hast du nur einmal benötigt oder längst vergessen.

Typische Inhalte: Speisekarten von Restaurants als PDF, Unterlagen, die bereits ausgedruckt und verschickt worden sind; Dateien mit kryptischen Namen wie „Scan_00234.pdf“, wo du keine Ahnung hast, was das eigentlich genau ist und erst reinschauen musst.

Hier macht die Aufräumaktion weit weniger Spaß als bei den Bildern – „Oh, weißt du noch?“ sagt sich bei einer alten Rechnung nicht so gut.

Wie beim Entrümpeln in der Wohnung solltest du dir auch hier „Behälter“ bereitstellen, um die Sachen korrekt einzusortieren. Das Meiste kannst du wahrscheinlich einfach löschen, aber manchmal findet man hier auch noch Unterlagen, die man aufheben sollte. Sorge vor der Aufräumaktion dafür, dass du weißt, wo du wichtige Dokumente hinschieben wirst – am Einfachsten ist es vielleicht, sie dir einfach nochmal per Mail zu schicken und dann wegzusortieren oder sie einem Cloudspeicher direkt hinzuzufügen.

Sorge nur dafür, dass du nicht bei jeder einzelnen Datei im Download-Ordner erst überlegen musst, wo du die jetzt bloß hinpackst und plane vorher eine Lösung ein – dann geht die Aufräumaktion auch viel schneller.

Den Downloadordner solltest du auch in eine wöchentliche Routine einbeziehen. Dann weißt du auch meist noch, was sich hinter den Dateien verbirgt und was du damit vorhattest.

3. Kontakte bereinigen

Wie oben schon erwähnt, sind auch die Kontakte ein Teil deines Smartphones, die sich quasi vollsaugen mit allem, womit man im Laufe der Zeit so zu tun hat. Es ist sehr schnell möglich, eine Nummer zu speichern, oft mit nur einem Klick. Und meistens ist sie dann auch schon in der Cloud und zieht immerzu mit um – auch wenn sie vielleicht gar nicht mehr benötigt wird.

Bei der Kontakte-Aufräumaktion geht es ums Löschen von nicht mehr benötigten oder veralteten Nummern und dem Finden doppelter Einträge. Wenn der Stapel bei dir hier mittlerweile riesig geworden ist, setze dir auch dafür ein Zeitlimit und trage dir gegebenenfalls mehrere verteilte Termine in deinen Kalender ein – mit dem Notieren eines Stands, bei welchem Buchstaben du letztes Mal aufgehört hattest.

Eine übersichtliche Kontaktliste macht es einfacher, die richtigen Personen und Nummern schnell zu finden und vermeidet Verwechslungen und Datenmüll.

Eine wöchentliche Routine wäre aber bei den Kontakten übertrieben – hier reicht wirklich der jährliche Frühjahrsputz.

4. Apps aufräumen

Das Installieren von Apps geht so schön schnell – und ebenso schnell nutzt man sie dann oft gar nicht. Meistens deinstalliert man sie trotzdem nicht gleich wieder, weil sie ja nicht viel Platz wegnehmen und vielleicht braucht man sie ja noch mal…

Aber sie sammeln im Hintergrund ggf. trotzdem Daten und nehmen in der Summe dann doch unnötig Speicherplatz weg. Sie werden im Hintergrund aktualisiert und belegen damit Datenvolumen. Und in der Summe machen sie durch all das das Smartphone langsamer.

Die initiale Aufräumaktion dürfte bei Apps, auch wenn es viele sind, dennoch recht schnell gehen. Die meisten Smartphones haben in den Einstellungen die Möglichkeit, Apps nach Größe oder letzter Nutzung azeigen zu lassen – so findest du schnell alle, die du sowieso nicht brauchst und die den meisten Platz belegen.

Eine Routine zum Aufräumen hängt davon ab, wie oft du neue Apps ausprobierst – ich muss das mindestens einmal im Monat machen, sonst geht da gar nix! Aber bei normaler Nutzung reicht sicher eine kleine Inventur einmal im Quartal oder sogar nur alle 6 Monate aus.

5. Benachrichtigungen

Dieser Punkt gehört im Grunde zu den Apps dazu – aber da ich ihn so wichtig finde, verdienen sie einen eigenen Unterpunkt.

Mit jeder neuen App schleichen sich oft auch zahlreiche neue Mitteilungen ein. Viele davon – wenn nicht gar die meisten – sind aber vollkommen überflüssig. Selbst die Apps, die du regelmäßig nutzt, lenken oft unnötige Hinweise ab und sind gar nicht relevant.

Frage dich, was wirklich wichtig ist. Muss jede eingehende Mail sofort auf dem Bildschirm aufploppen? Sollte jeder Gruppenchat dich ständig über jede Nachricht informieren? Musst du wirklich über jeden Social Media-Like sofort Bescheid wissen? Wie oft brummt dein Handy oder gibt ein Geräusch von sich?

Je mehr Benachrichtigungen du erhälst, desto weniger ernst nimmst du sie im Laufe der Zeit. Irgendwann übersiehst du auch mal die eine wichtige Nachricht.

So schaffst du hier in einer Aufräumaktion Ordnung:

Grundeinstellung im System – für jede App kannst du Benachrichtigungen, egal welcher Art, hier komplett abschalten. Schalte hier zunächst alles ab, was ausschließlich Werbung, Spam oder reine Ablenkung ist.

Feintuning – viele Apps bieten detailliertere Einstellmöglichkeiten. Bei den Apps, bei denen du grundsätzlich Benachrichtigungen bekommen solltest, kannst du oft in der App selbst viel einstellen. Gruppenchats kannst du z.B. stummschalten. Eine Wetter-App kannst du so einstellen, dass sie dich nur über Unwetterwarnungen informiert und nicht den neuesten Wetterbericht jedesmal bewirbt.

Bei den Mails ist es etwas schwieriger – oft sogar der größte Störfaktor. Wenn du ständig unwichtige Mails als Push-Nachricht siehst, ignorierst du auf Dauer auch die wichtigen Mails. Hier können zwei Strategien helfen:

Eine separate Mailadresse für wichtige Mails in einer eigenen App – nur hier aktivierst du dann die Benachrichtigungen.

Oder Filter nutzen: erstelle in deinem bestehenden Postfach Filter, damit unwichtigere Nachrichten gleich in einem separaten Ordner landen. Du darfst dann natürlich nur nicht vergessen, dass der existiert. So bekommst du nur für die wirklich wichtigen Mails Benachrichtigungen.

Eine regelmäßige Überprüfung der Benachrichtigungseinstellungen solltest du einmal im Monat vornehmen. Die Apps sind alle darauf getrimmt, dir so viele wie möglich zu schicken und schleichen sich immer wieder aufs Display. Mit einer regelmäßigen Routine sorgst du dafür, dass dein Smartphone dich nicht unnötig ablenkt und stresst, sondern dir nur die wichtigen Sachen anzeigt.

Und eine dritte Möglichkeit wäre die generelle Beschränkung von Benachrichtigungen nach Zeiträumen – ein sogenannter „Nicht-Stören-Modus“. Den sollte man generell viel öfter nutzen – aber am besten mit einem Zeitplan, der ihn automatisch wieder ausschaltet.

Fazit – wann bereinige ich was? Smartphone aufräumen Übersicht

Plane eine große Aufräumaktion – aber halte sie zeitlich begrenzt, das artet sonst gern mal aus. Bei diesen Große-Aufräumaktion-Einheiten gehst du dann die 5 Bereiche Fotos & Videos, Downloads und Dateien, Kontakte, Apps und Benachrichtigungen an.

Anschließend planst du kleine Intervalle mit Routinen ein, bei denen du beim jeweiligen Bereich ein bisschen für Ordnung sorgst. Machst du das regelmäßig, ist die große Aufräumaktion nicht nötig – und die einzelnen Routinen dauern nicht lange.

Fotos und Videos solltest du dabei jede Woche einmal angehen, Downloads ebenso. Bei Kontakten reicht eine halbjährliche Überprüfung, ebenso bei Apps. Benachrichtigungen dagegen solltest du einmal im Monat checken.

Bildquellen

Beitragsbild: Bild von freepik

Apps auf Smartphone: Image by Pexels from Pixabay

Street Photography: Image by sulox32 from Pixabay

Benachrichtigungen (wenn ich das Wort noch 1x schreiben muss raste ich aus) auf Smartphone: Image by Tran Mau Tri Tam from Pixabay

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