Wochenstart am Sonntag?

Die Woche startet am Montag. Oder? Bei uns ist das so – aber ist das auch sinnvoll? Einen alternativen Wochenstart auszuprobieren, kann vieles einfacher machen.

Was genau ist denn ein „Wochenstart“?

Dazu müssen wir erst mal festlegen, was genau ein Wochenstart für uns eigentlich bedeutet. Oder auch: was ist das Ende einer Woche? Entspannung. Ausruhen. Zur Ruhe kommen. Das sind Begriffe, die mir sofort einfallen und mich tief durchatmen lassen.

Wochenstart, das ist Hektik. Die Geschäfte haben wieder auf, die Ärzte ebenso. Ich kann und muss Anrufe erledigen, die Post kommt. Am Wochen-Ende, also am Ende der Woche, bin ich davon frei. Sonntags kann ich keinen Arzttermin machen und ich kann auch nicht noch schnell was einkaufen (na gut, ich könnte in den Laden am Bahnhof, aber… nein). Ich bin quasi dazu „gezwungen“, mal herunterzufahren und mich auf andere Dinge zu besinnen.

Wochenstart = Stress!

Diese Gleichung haben wir alle verinnerlicht. Montags muss ich wieder zur Arbeit. Montags ist wieder Stau. Und wer montag morgens beim Arzt anrufen muss, weiß ebenfalls, was Stress bedeutet. Im Grunde ist die Woche wie ein kaltes Schwimmbecken, in das man direkt am Montag beim Klingeln des Weckers reingeworfen wird, das sich im Laufe der Woche ein wenig erwärmt und aus dem man am Freitag nachmittag dann endlich rausklettern darf.

Symbolbild dafür, wie ich mich fühle, wenn ich am Montag morgen auf meine To Do Liste geschaut habe und noch keinen Kaffee hatte.

Die ganzen Sprüche zum Thema Montag kommen nicht von ungefähr. Bei meinem letzten Job haben wir daraus sogar ein Verb gemacht – wenn irgendwas blöd lief, sagten wir: „Ich fühle mich gemontagt!“ (Ging allerdings auch am Dienstag oder Mittwoch. Donnerstag und Freitag hieß es dann eher: „Ist ja bald Wochenende.“)

Muss das denn so sein?

Wann die Woche in anderen Ländern startet

Wie gesagt ist es bei uns – damit meine ich Deutschland und Europa – üblich, die Woche am Montag zu starten. Es gibt aber Alternativen.

Wochenstart am Sonntag oder Samstag

Am Sonntag startet man die Woche vor allem in den USA und in Kanada. In einigen arabischen Ländern ist der Wochenstart sogar am Samstag.


Für mich ist Sonntag so eine Art Übergangstag. Ein Tag fühlt sich für mich nur dann richtig „frei“ an, wenn ich am nächsten Tag auch noch frei habe.


Das bedeutet, so richtig komplett entspannen kann ich sowieso nicht. Der Sonntag geht so langsam bereits in die neue Woche über. Und das ist ein großer Vorteil! Denn wir können uns die Zeit komplett frei einteilen (zumindest dann, wenn wir nicht zu viel Freizeitstress haben). Wir können ohne Einkaufen, ohne Arbeit ganz in Ruhe in die neue Woche reingehen und sie vorbereiten.

Um bei der Analogie mit dem Schwimmbad zu bleiben:

Anstatt Montag morgens ins kalte Becken geschmissen zu werden, ziehen wir einfach Sonntag unsere Schwimmsachen an, heizen das Becken vor und gehen gemütlich über die Treppe nach und nach hinein – und können montags dann entspannt drauflos schwimmen!

Ganz konkret: Woche am Sonntag starten

Anstatt zu versuchen, den Stress zu ignorieren, der morgen wieder zurückkommt, mag ich deshalb den Gedanken eines Sonntag-Wochenstarts so gern. Montag ist gar nicht so wild – die Woche hat ja schon angefangen. Und für diesen entspannteren Start braucht es nicht mal viel.

Eine nicht abschließende Liste, wie ich die Woche Sonntag starte:

  • Auffüllen der Medikamenten-Boxen. Ich habe eine mit 7 Fächern für die Woche, damit ich immer weiß, ob ich die Tabletten schon genommen habe oder nicht.
  • mit den Kindern den Schulranzen durchgehen, ob da nicht doch noch was fehlt, ansteht, ein Zettel unterschrieben werden muss
  • planen und Vorbereiten der Brotdosen (und sei es nur ein Klebezettelchen im Kühlschrank am Snack, den niemand heute noch aufessen soll)
  • Brötchengeld bereitlegen für das Kind, das sich weigert, eine Brotdose mit in die Schule zu nehmen
  • nochmal eine Extra-Runde aufräumen, vor allem dort, wo es morgen früh hektisch wird: bei der Garderobe, am Kleiderschrank, im Bad

Den Wochenstart umdenken

Ganz egal, was ich konkret umsetze: vor allem geht es ums Um-denken. Der Start in die Woche muss nicht hektisch sein. Im Gegenteil. Er kann entspannt und schön sein. Ich kann mir am Sonntag viel besser helfen als am Montag morgen. Ich würde ja auch nicht lossprinten, ohne vorher meine Schuhe anzuziehen. Also ziehe ich die Schuhe am Sonntag an.

Einen Plan machen…

Meistens ist es auch gar nicht viel, was ich für diesen entspannteren Start tun muss. Meistens reichen in etwa drei Dinge, die alles entschleunigen. Die unterscheiden sich aber von Woche zu Woche oft. Deshalb ist der erste Schritt für mich immer, mich hinzusetzen und eine Wochenstart-Vorlage oder eine Wochenplanung auszufüllen. Z.B. die Vorlage: Wochenplanung Kladde mit drei Bereichen. Ich mag aber auch sehr gern diesen Mindmap-Ansatz aus der Vorlage Wochenstart-Mindmap mit To Do-Liste für einzelne Wochentage. Selbst eine simple To Do-Liste wie diese – Vorlage: To Do-Liste nach Kategorien reicht aus. Wenn viele Aufgaben anstehen, die mir voraussichtlich eher schwer fallen werden, hilft eine Art Challenge, bei der ich mehr Punkte für die schwierigeren Aufgaben bekomme: To Do-Challenge: Punkte fürs Dinge erledigen sammeln.

Egal, welche Art Liste ich ausfülle – damit habe ich bereits einen wichtigen Schritt getan: ich habe meinem Kopf mitgeteilt, dass er sich nicht mehr allzu sehr um diese Informationen kümmern muss, denn sie sind vorhanden, ich habe sie ja aufgeschrieben. Und ich muss nun nur noch daran denken, auch auf diese Liste zu schauen. Das ist viel einfacher, als irgendwo im Gedächtnis zu kramen.

…ein bisschen vorbereiten…

Ist die Liste fertig, schaue ich noch einmal drüber. Was davon kann ich mit wenig Aufwand heute erledigen? Vielleicht nochmal gucken, ob die Sportschuhe noch passen? Schonmal eine Einkaufsliste für morgen schreiben, damit ich morgen auf Autopilot durch den Supermarkt gehen kann? Oder sogar bei einem Lieferservice oder Abholservice den Einkauf vorbestellen? Alles, was nicht wirklich lange dauert und jetzt schonmal getan werden kann, hilft ab Montag sehr.

… und dann den Sonntag zur Entspannung nutzen

Wichtig ist aber auch: nicht zu viel machen! Nur das, was einen heute nicht stresst. Das ist ja gerade der Trick. Da der Sonntag so entschleunigt ist, kommen einem Dinge viel einfacher vor, die sich im normalen Alltag anfühlen, als könne man sie niemals noch unterbringen. Damit das aber nicht ausufert, sollte man sich eine feste zeitliche Begrenzung setzen – selbst 10 Minuten bringen schon viel mehr als 0 Minuten! Und danach ist sonntägliche Entspannung angesagt, es gibt ja jetzt einen Plan.

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